Neun Tage Highlands, North Coast 500, Isle of Skye und Raasay — von Münster mit der Fähre nach Newcastle, hoch zum Dunnet Head, über Skye und das Festland zurück.
9 Tage13.–21. Juni
~2.860 kmGesamtstrecke
4 FährenNordsee + Inseln
Gesamttour-Übersicht
Tatsächlich gefahrene Route durch Schottland — ca. 1.793 km / 26 h reine Fahrzeit auf der Insel.
Tipp: entspannte Anreise mit Puffer einplanen — Stau in Holland am Samstag nicht unterschätzen. Wer am Terminal früh ist, kann in IJmuiden noch einen Spaziergang am Strand machen.
Treffpunkt auf dem Weg. Drei vom Club an der Holzfassade neben der DHL-Station — locker, gut gelaunt, bis hierhin alles nach Plan. Die Anreise nach IJmuiden ist überschaubar: A1, Grenze, weiter. Der Sammelpunkt liegt mit Bedacht so, dass auch Nachzügler eine ehrliche Chance haben.
Merke: Treffpunkte immer an einer Station mit Toilette, Kaffee und Parkplatz wählen — bei Reisen mit 911ern erspart das emotionale Diskussionen.
Hinweis: Check-in für Passagiere mit Fahrzeug schließt 60 Minuten vor Abfahrt, Fußpassagiere 45 Minuten vorher.
Am Terminal angekommen. Die Princess Seaways im Hintergrund, die ersten Porsche aufgereiht — gleich rollen sie auf die Auffahrt. Fast alle: der Fahrer des roten 930 Turbo dreht hier nochmal um und fährt zurück nach Münster — Ausweis vergessen. Für ihn geht die Fähre einen Tag später, der Club ist seit Tag 1 gespalten. An Bord: Kabinen, ein 2-Gang-Menü um 19:00 im Bistro North Sea, ein Pint und das beruhigende Bewusstsein, dass die nächsten 16 Stunden kein Lenkrad nötig ist.
Merke: Vor der Abfahrt mit der Hand am Reisepass, der Bordkarte und dem Autoschlüssel durch die Tasche tasten. Zweimal.
Highlights:Balmoral Castle, Abendspaziergang in Dornoch. Inverness wird auf der Hauptstraße passiert — kein Abbiegen ins Zentrum nötig. Direkt nach der Fährankunft losfahren — der längste Tag der Tour.
Erster Abend in Dornoch. Nach 505 km, einem Stopp in Edinburgh und der langen A9 hoch in den Norden steht das Eagle Hotel im richtigen Moment am richtigen Ort. Whisky, Cask Ale und „Fabulous Food" auf der Schiefertafel, das erste Pint draußen auf der Bank, dazu Wartezeit auf die Nachzügler — die wird kurzweilig, weil drinnen ein Open-Mike-Abend losgeht und ein Einheimischer beim dritten Pint die NC500 schon gefahren sein will. Vermutlich rückwärts.
Merke: Das erste Pint nach einer langen Etappe schmeckt besser als jedes Sterne-Menü — und nach dem zweiten klingt jeder einheimische Tipp plausibel.
Highlights: Spektakuläre Ostküste (A9), historische Küstenstadt Wick, Duncansby Head & Stacks (ca. 15–20 Min Klippenweg zu den spitzen Felsnadeln), Dunnet Head Lighthouse — offiziell nördlichster Punkt des britischen Festlands, bei klarer Sicht Blick bis zu den Orkneys. Planung: kurze Lenkzeit, viel Puffer für Spaziergänge einplanen.
Den Tag in einem Bild eingefangen. Single Track, Passing-Places, Porsche und Wolken, die genau wissen, was sie tun. Heute Vormittag noch Dunrobin Castle und die Whaligoe Steps, jetzt die offene Ostküste hinauf zu Dunnet Head — dem nördlichsten Punkt des britischen Festlands. Schafe, Meer, leere Asphaltbänder und die seltene Erkenntnis, dass man irgendwo unterwegs aufgehört hat, auf die Uhr zu schauen.
Merke: Links fahren, bei Begegnung freundlich nicken, an Passing Places anhalten und keinesfalls eine Schafsherde hupen. Schafe haben in Schottland Vorfahrt — und ein längeres Gedächtnis als man denkt.
Highlights:Kylescu Bridge (Panorama-Halt), Achmelvich Beach (schneeweißer Sand), Ardvreck Castle. Achtung B869 Drumbeg Road: sehr schmale, extrem kurvige Single Track Road mit Steigungen bis 25 %. Fahrerisch anspruchsvoll, landschaftlich vom Feinsten. Wohnmobile sollten die Schleife meiden — mit dem Auto bei defensiver Fahrweise ein absolutes Highlight.
Mittagessen: Durness — Cocoa Mountain Café (kleine Lunches und legendäre Trinkschokolade) oder etwas später Kylesku Hotel mit Meeresblick.
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Tankstopp: in Thurso vor Abfahrt voll tanken; entlang der NC500 selten und teuer — Durness oder Tongue als Notnagel, später Lochinver.
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Sehenswert:Smoo Cave bei Durness (gigantische Felsenhöhle direkt vom Meer aus), Ardvreck Castle (Burgruine an Loch Assynt), Stoer Lighthouse (kurzer Abstecher).
Schottische Karibik. Türkises Wasser, weißer Sand, gefühlte 8 °C. Hinter uns liegt die berüchtigte B869 Drumbeg Road — Single Track, 25 % Steigung, Haarnadelkurven, und das Gefühl, dass die Straße den Wagen kennt. Vorne der Strand bei Durness. Drei vom Club gehen rein, der Rest dokumentiert. Wer aus dem Wasser steigt, ist hellwach für den Rest des Tages und glaubt fest, dass die Bealach na Bá morgen ein Spaziergang wird.
Merke: Handtuch im Auto, Badehose drüber, Mut mitnehmen. Und: Die Highlands belohnen nur die, die ihr Schamgefühl an der Nordsee lassen.
Hostel-Romantik in Applecross. Zimmer mit Gemeinschaftsklo und Dusche, gemeinsame Küche, niemand serviert, niemand stört. Heute Morgen war Ullapool, dann die Wester-Ross-Schleife, ein Foto-Stopp am An Teallach und Loch Maree, bis schließlich der Bealach-na-Bá-Pass: 626 Höhenmeter, 25 % Steigung, eine Mischung aus Konzentration und Erschöpfung am Pass-Gipfel. Im Café am Loch Kishorn — kurz vor dem Pass-Anstieg — ist der Club mittags endlich komplett: Michi, der zum Tour-Start nicht mit konnte, ist heute Vormittag in Inverness gelandet und per Taxi quer durch die Highlands nachgereist. Kein Auto, aber dabei. Das ist Teamgeist. Abends wird gekocht — Pasta, ein bisschen Salat, viel Bier, ein bisschen Whisky und der Beweis, dass Geschichten von der Bealach na Bá bei jeder Wiederholung dramatischer werden. Porsche-Fahrer am Esstisch, Porsche in der Auffahrt, draußen die Highland-Dunkelheit. Später noch eine Nachtwanderung zur Applecross Bay, auf dem Rückweg Aug in Aug mit wilden Tieren.
Merke: Ein Hostel mit Crew-Küche schlägt jedes Hotel — vorausgesetzt, einer kann kochen und einer kann Geschichten erzählen.
Sehenswert:Plockton (Postkarten-Hafen), Sligachan Old Bridge (klassisches Skye-Fotomotiv), Quiraing-Aussichtsstraße — fahrerisch und visuell ein Highlight.
Gruppenfoto am Pass. Bealach na Bá im Rücken, Loch Carron vor uns, fünf Porsche in Reihe — eines der Bilder, das später jeder im Wohnzimmer hängen hat. Heute geht es über Eilean Donan Castle und den Old Man of Storr quer über die Trotternish-Halbinsel, am Abend mit der Sconser-Fähre nach Raasay. Was hier auf dem Foto noch keiner ahnt: die Tagesplanung hat die Sconser-Fähre nach Raasay schön eingerechnet — die Rückfahrt am nächsten Morgen aber nicht. Die gebuchte Armadale→Mallaig-Fähre wird dadurch verpasst und der Tross nimmt den längeren Landweg über die Skybridge in Kauf.
Merke: Bei Insel-Fähren immer Hin- UND Rückrichtung in den Tagesplan rechnen. CalMac-Fahrplan ausdrucken und neben das Bett legen — ein Smartphone-PDF ersetzt kein Stück Papier am Frühstückstisch.
Highlights: Fotostopp am Skyfall-Drehort Glen Etive, Oban Destillerie. Wichtig — zwei Fähren: Raasay → Sconser (Skye) und Armadale → Mallaig — in der Hauptsaison unbedingt im Voraus buchen! Glen Etive Sackgasse: einspurige Single Track Road, ca. 12 mi (19 km) hinunter zum Loch Etive — dieselbe Strecke wieder zurück zur A82.
Mittagessen:Clachaig Inn in Glencoe — legendärer Highlands-Pub mit über 400 Whiskys und kräftiger Küche. Alternative: The Wee Restaurant in Glencoe Village.
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Tankstopp: nach Mallaig in Mallaig tanken, später in Fort William (große Tankstellen, idealer Mittelpunkt).
Ankunft am Loch Awe. Taychreggan Hotel, Kies unter den Reifen, der See spiegelt die Highlands. Hinter dem Club liegen knapp 9 Stunden auf der Straße — eine Raasay-Fähre, die in den Plan gehört hätte, eine Armadale→Mallaig-Verbindung, die der ganze Club deshalb verpasst hat, und ein langer Umweg über die Hauptstraße um den Loch Linnhe und Mallaig herum. Zwischendrin Glenfinnan Viaduct, ein kurzer Halt in Glen Etive für das obligatorische Skyfall-Foto und der ein oder andere Schreck am Three-Sisters-Viewpoint. Im Fahrwerk: nichts klappert. In den Köpfen: ein Berg Erinnerung mehr. Auf dem Tisch: ein Pint und ein Whisky.
Merke: Plan B gibt es in den Highlands immer — meistens über einen Pass, eine Brücke oder eine zweite Schiffsverbindung. Karte mitnehmen, nicht nur Navi. Und: Nie eine Fähre einzeln planen, immer das Tagespaar im Kopf haben.
Highlights: Auf dem Rückweg ein kurzer Stopp in Edinburgh möglich (sofern die Zeit reicht). Zeitlich knapp: früh am Loch Awe losfahren, damit es zur Fähre um 17:00 entspannt bleibt — Check-in spätestens 16:00.
Mittagessen: Edinburgh — schneller Lunch am Royal Mile oder Mussel Inn. Frühe Alternative: Real Food Café in Tyndrum auf der Strecke. Wegen Fähre nicht zu lange sitzen!
Sehenswert:Stirling Castle (auf der A9 South), Edinburgh Castle / Old Town — kurzer Stopp wenn die Uhr es zulässt. Sonst Disziplin: Fähre wartet nicht.
Pannenstopp am Samstagmorgen. Noch rund 5 Stunden Fahrt bis zur Fähre in Newcastle — der 930 Turbo springt nicht an. Schnelle Diagnose am Hotelparkplatz: die Benzinpumpen arbeiten nicht. Am Telefon hilft Heitgress Performance (Christian Heitgreß) aus Warendorf bei der Fehlersuche — Spannung am Relais, Masse am Relais, irgendwo ist der Stromkreis offen. Ein Teil der Truppe bricht bereits Richtung Newcastle auf, um die Fähre noch zu erwischen — zwei bleiben zurück, legen einen Masse-Bypass am Benzinpumpen-Relais und machen den Turbo wieder fahrbereit. Großer Dank an Graham, einen Anwohner, der ein Stück Kabel aus seinem Boot zur Verfügung gestellt hat — internationale Hilfsbereitschaft mit Salzwasser-Patina. Die Fähre wird trotzdem verpasst — Abend Nummer zwei in Newcastle, Mitglieder vereint, Bier und Bord-Karten für den Folgetag.
Merke: Prüflampe, Multimeter, Panzerband und 2 m Kabel gehören ab sofort in jedes Reise-Werkzeugfach. Und: Ein Anwohner mit Boot ist in Schottland oft die schnellere Lösung als ein Pannendienst.
Hinweis: Check-in für Passagiere mit Fahrzeug schließt 60 Minuten vor Abfahrt, Fußpassagiere 45 Minuten vorher.
Aufgeteilt zurück. Durch die Panne am Morgen ist der Club am Samstag nicht komplett: vier rollen mit der gebuchten Princess Seaways zurück nach IJmuiden, zwei buchen auf Sonntag um und legen noch einen Tag Sightseeing in Newcastle ein. Bonus: das Länderspiel Deutschland gegen Elfenbeinküste in einem englischen Pub, mit Pint und Halbzeit-Diskussion am Tresen. Auf dem Auto-Deck: Targa neben Coupé, Türen halb offen, das DFDS-Rauchverbot-Schild und das leise Vibrieren der Schiffsmaschine. Zwei Decks tiefer schaukelt die Nordsee.
Merke: Wenn der Plan zerbricht, entsteht oft die bessere Geschichte. Eine Umbuchung kostet ein paar Euro Gebühr, ein Pub-Abend mit Länderspiel in Newcastle ist unbezahlbar.